Fragen und Antworten

Was ist Freifunk?

Freie Netze werden von immer mehr Menschen in Eigenregie aufgebaut und gewartet. Jeder Nutzer im freifunk-Netz stellt seinen WLAN-Router für den Datentransfer der anderen Teilnehmer zur Verfügung. Im Gegenzug kann er oder sie ebenfalls Daten, wie zum Beispiel Text, Musik und Filme über das interne freifunk-Netz übertragen oder über von Teilnehmern eingerichtete Dienste im Netz Chatten, Telefonieren und gemeinsam Onlinegames spielen. Dafür nutzen wir Mesh Netzwerke.

Viele stellen zudem ihren Internetzugang zur Verfügung und ermöglichen anderen den Zugang zum weltweiten Netz. Freifunk-Netze sind Selbstmach-Netze. Für den Aufbau nutzen wir die freifunk-Firmware auf unseren WLAN-Routern, eine spezielle Linuxdistribution.

Lokale Communities stellen die auf eigene Bedürfnisse angepasste Software dann auf ihren Websites zur Verfügung. In Dörfern und Städten gibt es immer mehr Freifunk-Gruppen, die sich regelmäßig treffen.

Die freifunk-Community ist Teil einer globalen Bewegung für freie Infrastrukturen und offene Funkfrequenzen.

Unsere Vision ist die Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke. Die praktische Umsetzung dieser Idee nehmen freifunk-Communities in der ganzen Welt in Angriff.

Was ist Freifunk Lüneburg?

Freifunk Lüneburg ist eine der aktuell (Oktober 2014) 117 Communities. Freifunk gibt es seit Anfang 2013 in Lüneburg. Eine Übersicht, wo überall Freifunk verfügbar ist, findest Du auf unsere Karte. Die Freifunk Communities sind BürgerInnen, die sich (meist regelmäßig) treffen und nicht nur aus Nerds bestehen, die nur „Technik sprechen“. JedeR ist herzlich eingeladen, uns auf einem unsere Treffen (immer der letzte Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr im Pons in Lüneburg) zu besuchen.

Warum Freifunk?

Die Informations- und Kommunikationsfreiheit im Internet wird zunehmend eingeschränkt. Trotz des Slogans “Internet für alle” gibt es Anzeichen einer sich verfestigenden digitalen Kluft – ärmere, weniger technisch versierte und ältere Menschen nehmen wenig oder gar nicht am sogenannten Informationszeitalter teil. In dünn besiedelten und strukturschwachen Gebieten (“areas of market failure”) werden keine (bezahlbaren) Breitbandanschlüsse angeboten. Echte „e-democracy“ soll von “unten” kommen.

Mit einem Freifunk-Router auf Deiner Fensterbank/Deinem Geschäft/Deinem Cafe/Deiner Bar unterstützt Du freie BürgerInnen-Netze und setzt damit auch ein Zeichen gegen die kommerziellen Anbieter sogenannter Hot-Spots, die nur Deine Daten und Dein Geld wollen. Kostenlos und wirklich frei ist da nur der echte Freifunk!

Ist das sicher?

Freifunk ist so sicher, wie Netze sein können. Wenn Du selber einen Router an Deinem Internet-Anschluß betreibst, sorgt die Freifunk-Software auf dem Freifunk-Router dafür, daß die beiden Netze (Dein privates Netz zu Hause und das öffentliche Freifunk-Netz) klar voneinander getrennt sind. Die Verbindung ins Internet über den Freifunk-Router ist allerdings nur so sicher, wie jeder andere Internetzugang auch. Du solltest also nach Möglichkeit immer verschlüsselt kommunizieren, indem Du zum Beispiel Webseiten mit https:// statt http:// besuchst.

Ist das gesundheitsschädlich?

Grundsätzlich: NEIN, WLAN gehört mit zu den schwächsten Strahlenquellen.

Die tatsächliche Feldstärke ist umgekehrt proportional zu der Entfernung zur Strahlenquelle. Das bedeutet sich ein Handy oder DECT-Telefon mit stärkerer Strahlung direkt an den Kopf zu halten ist wesentlich gefährlicher.

Ist das erlaubt?

Ja. Du machst nichts Illegales. Das böse Wort „Störerhaftung“ komm zwar immer wieder auf die Tagesordnung, aber diese Problem wird im Freifunk-Netz technisch umgangen. Außerdem arbeiten wir auf politischer Ebene daran, daß die Rechtsprechung in Deutschland – und dafür gibt es auch schon ermutigende Urteile – sich dahingehend ändert. daß „freies WLAN“ nicht mit „gefährlich“ und „illegal“ gleichgesetzt wird.

Wie funktioniert das?

Achtung! Technik-Warnung! Wenn Du keine Lust auf technische Details hast, überspring dieses Punkt lieber 😉

Freifunk-Router sind handelsübliche WLAN-Router, auf denen eine modifizierte Firmware auf Basis von OpenWRT läuft. Diese Firmware ermöglicht es, daß sich unterschiedliche Freifunk-Router untereinander absprechen und ein Mesh-Netz bilden. Dabei werden die Datenpakete von A nach D über den schnellsten Weg B und C weitergeleitet. So ist es z.B. möglich, das Internet zu nutzen, auch wenn der nächstgelegene Freifunk-Router selber gar keinen direkten Internetzugang per Netzwerkkabel hat. Der Internetzugang über Freifunk wird über zentrale – von uns betriebene – Server („Freifunk Gateway“) abgewickelt. Diese Server stellen bestimmte Dienste (wie z.B. DNS und DHCP) bereit. Der Zugang ins Internet wird über eine VPN-Verbindung zwischen Freifunk-Router und Freifunk-Gateway ermöglicht. Besondere technische Kniffe sorgen dafür, daß unsere NutzerInnen sich anonym und frei im Internet bewegen können.

Wie kann ich mitmachen?

Wenn Du das Freifunk-Netz mitgestalten und weiter ausbauen möchtest, wäre es toll, wenn Du selber einen Freifunk-Router aufstellen könntest. Hohe Gebäude sind dabei immer besonders geeignet, aber keine Bedingung.

Einen Router bekommst Du entweder von uns fertig vorbereitet (die Kosten für einen günstigen Router betragen 15 Euro) oder Du kaufst Dir selber eins der unterstützten Modelle (Freifunk Lübeck hat dazu eine schöne Liste). In letzterem Fall mußt Du nur noch die Freifunk-Firmware installieren (Download und Anleitung).

Wie komme ich ins Freifunk-Netz?

Auch ohne sich mit einem eigenen Router zu beteiligen, kannst du Freifunk nutzen, wenn es in deiner Nähe verfügbar ist. Das geht eigentlich ganz einfach:

  • Auf unserer Karte findest Du (hoffentlich) einen Zugangspunkt in Deiner unmittelbaren Nähe. Wenn nicht, wäre es super, wenn Du selber einen Router aufstellen würdest!
  • Alternativ kannst du auch die Freifunk-App nutzen
  • Wenn du einen Zugangspunkt gefunden hast, verbinde Dein Endgerät einfach mit dem Zugangspunkt lueneburg.freifunk.net und schon bist du im Gemeinschaftsnetz.

Was muß ich beachten?

  • Dienstbereitstellung erfolgt ausschließlich auf freiwilliger Basis
  • Keinerlei Nutzungsgarantie
  • Entgelte werden nachbarschaftlich geregelt (z.B. für Wartung/Pflege der WLAN-Router, DSL)
  • Nie für Netzwerkangebot kommerziell Geld verlangen
  • Haftung – Aus unserer Sicht gilt: verantwortlich ist immer, wer die unerlaubte Handlung vollführt, nicht wer den Accesspoint bereitstellt, dagegen spricht die sogannte Mitstörerhaftung, die wir ablehnen.

 

Teile des Textes wurden von freifunk.net übernommen.

6 Gedanken zu „Fragen und Antworten

  1. Servus,

    Ich würde gerne die Flüchtlingsunterkunft zwischen LG und Ochtmissen mit WLAN versorgen. Habt ihr schon Erfahrungen mit so etwa Sa gemacht?

    Grüße
    Tobi

  2. Moin,

    Die WLAN-Versorgung der Flüchtlingsunterkünfte ist ein aktuelles Thema
    Wir haben in den Hanstedter Flüchtlingsunterkünften das Problem, dass sich hier ein Provider breit macht, der den Flüchtlingen pro WLAN-Zugang 16 Euro pro Monat abknöpft. Wir wollen dagegen halten mit einer eigenen WLAN-Versorgung, die die Flüchtlinge nichts kostet. Ich habe die gleiche Frage wie Tobi (s.o.): Könnt Ihr hierbei helfen?

    Viele Grüsse
    Günter

  3. Auch hier in Hollenstedt besteht das gleiche Problem. Die Flüchtlinge müssen hier sogar 10€ pro 15 Tage bezahlen! Ich habe einen Freifunk-Router, den ich dort aufgestellt habe, aber er wurde inzwischen wieder abgebaut, natürlich aus finanziellen Gründen, da bin ich mir sicher. Ich möchte aber den Flüchtlingen helfen und frage Euch, wer kann mich da ünterstützen?
    Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen.
    LG Janni

  4. Haben hier in Bleckede auch mehrere Flüchtlingsfamilien, auf dicht beieinander stehende Häuser verteilt, untergebracht. Wäre ja Blödsinn wenn jetzt jede Familie einen eigenen Telefonanschluss beantragt, aber 1 Freifunkrouter schafft nicht die komplette Abdeckung. Brauche da mal Info wie das ist mit Signalverstärkung. Ich glaube Ihr wisst was ich meine, oder?

    liebe grüße jürgen

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